Audiogramme mariner Tiere

>> Hier geht es direkt zur Datenbank mit Audiogrammen von marinen Tieren <<

Der Gehörsinn ist für viele Tiere wichtig, um ihre akustische Umgebung wahrzunehmen. Er hilft ihnen bei der Kommunikation mit Artgenossen, bei der Partnersuche, beim Beutefang oder warnt sie vor Gefahren. Hierbei hat jede Tierart einen spezifischen Frequenzbereich, in dem sie am besten hört. Um den wahrzunehmenden Hörbereich eines Individuums zu bestimmen, ist nicht nur die hörbare Frequenz ausschlaggebend. Entscheidend ist auch die Schallintensität, die erforderlich ist, um die jeweilige Frequenz wahrzunehmen. Dieser Hörbereich kann mithilfe eines Diagramms visualisiert werden, welches die Hörschwelle aufzeigt, dem so genannten Audiogramm, auch Hörschwellenkurve genannt. Die Hörschwelle ist definiert als der Bereich, in dem eine Frequenz bei einer bestimmten Lautstärke gerade noch wahrgenommen werden kann. Der wahrzunehmende Hörbereich befindet sich hierbei oberhalb der Hörschwellenkurve und der tiefste Punkt der Hörkurve zeigt die Frequenz an, bei welcher die beste Hörleistung des Tieres liegt. 

Image
Audiogramm Beispielgrafik

Audiogramme können durch zwei Hauptmethoden generiert werden:
Bei der verhaltenspsychophysischen Methode werden die Tiere mittels positiver Verstärkung („operante Konditionierung“) darauf trainiert anzuzeigen, wenn sie einen Ton gehört haben. Hierbei wird die Lautstärke der jeweiligen Frequenz bestimmt, bei der die getestete Frequenz gerade noch detektiert werden kann. Durch eine Vielzahl an getesteten Frequenzen entstehen somit die Datenpunkte des Audiogramms. Dahingegen ist bei der zweiten Methode des akustisch evozierten Potentials (AEP) kein Training mit den Tieren notwendig, sondern die Gehirnaktivität als Reaktion auf auditorische Reize wird direkt mit Elektroden dokumentiert. Die Elektroden zeigen die Spannungsunterschiede auf, welche beim Abspielen von Geräuschen unterschiedlicher Frequenzen und Lautstärken verursacht werden.

Im Audiogramm werden die ermittelten Hörschwellen graphisch als Hörschwellenkurve dargestellt. Hierbei wird die relative Tonlautstärke und (Schwellen-)Intensität des Signals in Dezibel (dB) auf der vertikalen y-Achse in Relation zu einem Referenzdruck von 20µPa (an Land) oder 1µPa (im Wasser) aufgetragen. Dabei werden die Töne von unten nach oben lauter. Die wahrzunehmende Frequenzhöhe (Tonfrequenz in Herz (Hz), also die Anzahl an Schwingungen pro Sekunde) befindet sich auf der horizontalen x-Achse. Im Audiogramm wechseln von links nach rechts die tiefen zu den hohen Frequenzen. Je höher also der Wert, desto höher ist auch die Tonfrequenz. Vogelgezwitscher hat z.B. eine hohe Frequenz, während entfernter Donner oder der Klang einer Bassgitarre niedrige Frequenzen widerspiegeln.