Wie sieht das Ohr eines Pinguins aus?

Gespeichert von Cora Albrecht am Di., 10.12.2019 - 16:11
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Lage des Hörorgans im Schädel eines Brillenpinguins

Beitrag von Cora Albrecht, 30. März 2020

Pinguine haben, wie alle anderen Vögel auch, keine äußere Ohrmuschel. Von außen sichtbar ist lediglich die äußere Ohröffnung, die unter den Federn versteckt ist. Das Ohr selbst liegt im hinteren, unteren Teil des Schädels.

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Nahansicht der äußeren Ohröffnung eines Humboldtpinguins
Nahansicht der äußeren Ohröffnung eines Humboldtpinguins (Spheniscus humboldti) | Copyright: Deutsches Meeresmuseum

Um in das Ohr hinein zu schauen, haben wir erstmalig CT-Aufnahmen von Schädeln des Brillenpinguins (Spheniscus demersus) und Kaiserpinguins (Aptenodytes forsteri) aus der Vogelsammlung des Museums für Naturkunde angefertigt. Die Computertomographie macht es möglich, die Schädel in sehr hoher Auflösung zu scannen und die Strukturen innerhalb des Schädels gut darzustellen, ohne die wertvollen Sammlungsobjekte zu zerstören. Mithilfe der CT-Aufnahmen konnten die Ohrstrukturen dann digital rekonstruiert und ein 3D Modell der Hörorgane erstellt werden. Der Gehörgang sowie das Innen- und Mittelohr sind dabei deutlich zu erkennen.

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3D Modell der Hörorgane eines Brillenpinguins (Spheniscus demersus)
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3D Modell der Hörorgane eines Kaiserpinguins (Aptenodytes forsteri)

Um die Frage zu beantworten, wie gut Pinguine hören können, ist es auch wichtig, die Anatomie des Ohres zu kennen. Die visualisierten Ohrstrukturen werden daher im Laufe des Projekts bei der Klärung der Frage helfen, welche Anpassungen Pinguine für das Hören unter Wasser entwickelt haben.